Wie Sie eine Daunenjacke richtig waschen und trocknen


Wenn Sie eine Daunenjacke waschen, besteht die größte Gefahr darin, dass die Federn in der Waschmaschine oder im Trockner verkleben. Sind die Daunen erst einmal dauerhaft verklumpt, verlieren sie ihre wärmende Wirkung. Doch mit einigen Tricks können Sie dieses Problem vermeiden.

Daunenfeder © by Yoky

Daunenfeder © by Yoky

Daunenjacke waschen in Waschmaschine

Auf viel Platz achten

Bei den heutigen Waschmaschinen heißt es im Regelfall: Machen Sie die Trommel ordentlich voll. Dies spart Wasser und Strom. Diese Regel gilt aber nicht für das Waschen von Daunentextilien. Werden Sie dauerhaft zusammengepresst, können die Federn verkleben. Dann ist die Daunenjacke nach dem Waschen platt. Deshalb waschen Sie eine entsprechende Jacke am besten alleine.

Vorsicht vor Unwucht

Außerdem müssen Sie davon ausgehen, dass sich diese Textilien enorm mit Wasser vollsaugen und gehörig an Gewicht zulegen. Sollten Sie jemals versucht haben, ein Bettkissen oder gar ein komplettes Federbett in der Waschmaschine zu reinigen, wissen Sie, wovon ich rede.

Falls Sie die Maschine dann überfüllen, kommt es beim Schleudern zu einer Unwucht. Im günstigsten Fall rappelt Ihre Waschmaschine nur laut. Schlimmstenfalls werden die Maschinenlager in Mitleidenschaft gezogen.

Daunenjacke selber waschen

Auf reichlich Platz sollten Sie auch Wert legen, wenn Sie die Daunenjacke selber per Hand waschen wollen. Das Spülbecken ist nicht der geeignete Ort. Eher schon eine Badewanne mit viel lauwarmem Wasser.

Daunenjacke waschen: Das Waschmittel

Bei Daunentextilien sollten Sie darauf achten, dass dem Waschmittel kein Weichspüler beigesetzt ist. Durch den Weichspüler verlieren die Federn an Elastizität. Es sind im Handel spezielle Daunenwaschmittel erhältlich oder auch Fein- und Wollwaschmittel, die ausdrücklich für Daunen geeignet sind und einen leicht rückfettenden Effekt haben. Eine Auswahl entsprechender Mittel finden Sie hier.

Feinwaschmittel der Marke Perwoll, das auch für Daunen geeignet ist

Feinwaschmittel der Marke Perwoll, das auch für Daunen geeignet ist

 

Daunenjacke waschen: Welches Programm?

Einige moderne Waschmaschinen verfügen zudem über ein eigenes Programm für Daunenwäsche. Dieses Feature finden Sie zum Beispiel bei folgenden Geräten:

Zuweilen nennt sich die Funktion auch „Kopfkissen“ oder „Federbett“:

Sollte Ihr Gerät nicht über dieses Merkmal verfügen, stellt dies allerdings kein Problem dar. Nutzen Sie einfach den Schonwaschgang, der sich bei vielen Waschmaschinen „Feinwäsche“ nennt. Dieser Waschgang reduziert die Trommelbewegungen und wäscht mit mehr Wasser.

Daunenjacke waschen: Das Schleudern nicht vergessen

Dummerweise bedeutet Schonwaschgang normalerweise auch, dass die Waschmaschine weitaus weniger schleudert. Dadurch soll ein Knittern sowie der mechanische Abrieb bei empfindlichen Fasern wie Seide oder Schurwolle verhindert werden. Eine Daunenjacke saugt jedoch enorm viel Wasser auf. Es kann also sein, dass Sie den letzten Schleudergang in diesem Fall nochmals wiederholen müssen.

Stellen Sie aber die Schleuderdrehzahl auf eine möglichst niedrige Stufe wie z. B. 800 ein. Wenn Sie die Maschine mit 1.400 oder 1.600 Umdrehungen pro Minute laufen lassen, ziehen Sie zwar mehr Wasser aus der Jacke heraus. Doch dadurch können die Federkiele knicken und die Daunen anderweitig beschädigt werden.

Die Waschtemperatur

Hinsichtlich der Temperaturwahl sollten Sie einen Blick auf das Pflegeetikett der Jacke werfen. Bei Daunenjacken ist in der Regel eine Waschtemperatur von maximal 40 °C möglich. Sollten Sie wegen eines fehlenden Etiketts Zweifel haben, belassen Sie es bei 30 °C.

Flecken vorbehandeln

Die Daunenjacken bilden insbesondere beim häufigen Tragen Schmutz- und Fettränder an Kragen, Ärmelbund oder Saum aus. Frauen kennen darüber hinaus folgendes Problem: Ist es im Winter kalt, möchte man den Kragen möglichst hoch schließen. Dabei kann dann Schminke an die Innenseite geraten. Was also tun?

Solche Flecken sollten Sie am besten vorbehandeln. Tränken Sie ein Küchentuch mit warmen Wasser und reiben Sie die Stellen vorsichtig mit Daunen- oder Wollwaschmittel ein. Benutzen Sie aber nur eine sehr kleine Menge Waschmittel.

Außerdem können Sie Ihr Glück mit Gallseife versuchen, die auch für Seide und Wolle geeignet ist. Meiner Erfahrung nach versagt die Gallseife allerdings bei hartnäckigeren Fleckentypen wie Öl oder Rotwein.

Daunenjacke waschen mit Tennisball

Der Trick ist eigentlich vom Trocknen bekannt: Packen Sie zwei bis vier farblose Tennisbälle zur Jacke hinzu. Der Kniff hilft aber auch beim Waschen, weil dadurch die mechanische Reinigungswirkung erhöht und die Daunenjacke immer wieder etwas auflockert wird.

Gut ausspülen

Sollte Ihre Waschmaschine einen extra Spülgang besitzen, ist nun die Gelegenheit gekommen, die Funktion auszuprobieren. Das Waschmittel sollte wirklich restlos aus den Daunen verschwinden.

Jacke nicht auswringen

Trotz Schleuderns wird Ihre Jacke noch viel Restfeuchte enthalten. Sie können das Kleidungsstück deshalb über dem Waschbecken vorsichtig ausdrücken. Aber auf festes Wringen sollten Sie unbedingt verzichten. Dadurch können die Daunenfedern rasch verkleben.

 

Daunenjacke trocknen

Die Daunenjacke ist nach dem Waschen verklumpt. Mit den oben beschriebenen Maßnahmen lässt sich dieser Effekt zwar verringern. Aber dass eine Daunenjacke beim Waschen Klumpen ausbildet, wird sich nie gänzlich verhindern lassen. Deshalb kommt dem Trockenvorgang besondere Bedeutung zu.

Keine weiteren Kleidungsstücke hinzugeben

Wenn Sie einen Trockner benutzen, sollten Sie die Daunenjacke als einziges Wäschestück in die Trommel geben. Die Ausnahme bildet ein feuchter Waschlappen, den Sie dazu legen können. Dieser Lappen ist bei modernen Wäschetrocknern mit Sensorfühlung sinnvoll. Diese könnten den Trockenvorgang nämlich selbsttätig abbrechen, sobald die Jackenoberfläche getrocknet ist. Die Feuchte sitzt dann aber nach wie vor in den Federn.

Daunenjacke trocknen: Welches Programm?

Über diese Frage streiten die Gelehrten. Der Jackenhersteller Cecil empfiehlt zum Beispiel das 20- oder 40-Minuten-Programm auszuwählen. Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) schwört hingegen auf das 60-Minuten-Programm. Das Vorgehen ist in beiden Fällen das Gleiche.

Lassen Sie das Programm durchlaufen und anschließend die Jacke mindestens eine Stunde auskühlen. Zwischendurch sollten Sie sie gelegentlich aufschütteln. Dann geben Sie die Daunenjacke erneut in die Trommel und wählen dasselbe Programm aus. Es folgt das gleiche Procedere: Jacke mindestens eine Stunde ruhen lassen, bis sie kalt ist, und mehrfach ausschütteln.

Wenn die Jacke kalt ist, können sie überprüfen, ob die Daunen noch Restfeuchte enthalten. In warmem Zustand können Sie dies nicht feststellen. Ist die Jacke immer noch etwas feucht, lassen Sie nochmals das 20-Minuten-Programm durchlaufen.

Ist die Daunenjacke dann endlich trocken, hängen Sie sie am besten für 24 Stunden auf einen Bügel auf, wo sie frei hängen kann (nicht im Schrank!). Zwischendurch schütteln Sie sie immer mal wieder auf. Dadurch verteilen sich die Daunenfedern und das Innenfutter wird schön bauschig.

Tennisbälle hinzugeben

Beim Trocknen von Daunenjacken ist es heutzutage Usus, drei bis vier trockene, farblose und saubere Tennisbälle hinzuzugeben. Die Bälle lockern die Daunen durch die ständige Bewegung auf, sodass sich die Klumpen lösen und die Federn sich beim Trocknen nicht verkleben.

Daunenjacke trocknen: Alternative zu Tennisbällen

Sie können die Daunenjacke auch Waschen und Trocknen ohne Tennisbälle. Im Handel werden Sie jede Menge Alternativen finden, die meist unter dem Begriff „Trocknerball“ oder „Trocknerkugel“ vermarktet werden.

Trocknerbälle & Trocknerkugeln aus 100% echter Neuseeland-Wolle vom Anbieter Wunderfabrik

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Vorteil: Sie können diese Kugeln auch bei anderen Textilien einsetzen, um der Knitterbildung oder elektrostatischen Aufladung vorzubeugen. Außerdem wirken die Bälle wie natürliche Weichmacher, was sie insbesondere für Allergiker-Haushalte interessant macht. Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über das erhältliche Angebot.

 

Daunenjacke waschen ohne Trockner?

Ich selbst habe Daunentextilien bisher nur im Trockner behandelt. So weit ich das beurteilen kann, werden Ihnen auch alle Experten davon abraten, eine Daunenjacke ohne Trockner zu trocknen.

Der Grund ist einfach benannt. Bei normaler Raumtemperatur dauert der Trockenvorgang irrsinnig lange. Theoretisch müssten Sie alle paar Minuten die Jacke aufschütteln, damit die Daunen nicht verklumpen. Dies bekommen Sie aller Voraussicht nach nicht so gut hin wie die Maschine. Zudem kann sich Staunässe bilden, die Flecken auf der Jackenoberfläche hinterlässt.

Weiteres Problem: Sind die Daunenfedern erst einmal beim Trocknen verklebt, bekommen Sie diese Verklumpung niemals mehr aufgelöst. Auch ein erneutes Waschen oder Trocknen ändert nichts daran. Mir persönlich wäre dieses Risiko zu hoch.

Wenn Sie also keinen Trockner besitzen, sollten Sie Ihre Daunenjacke lieber in eine professionelle Reinigung geben. Das kostet Sie lediglich ein paar Euro und damit bedeutend weniger als ein Jackenneukauf.

 

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