Ratgeber Rucksack


Ich halte momentan Ausschau nach einem Wanderrucksack. Ich habe zwei Rucksäcke in Gebrauch, beide sind bereits etwas älter.

 

  • ein Deuter V20, eigentlich ein Fahrradrucksack, etwa 10 Jahre alt
  • ein klassischer Daypack von der Marke Southwest Bound (amerikanisches Fabrikat); der dürfte nochmals ein oder zwei Jährchen mehr auf dem Buckel haben

 

Über den Daypack muss ich mich an dieser Stelle nicht weiter auslassen. Ergonomisch natürlich eine Katastrophe. Und den Verschleiß merkt man ihn auch deutlich an. Beides mache ich ihm nicht zum Vorwurf. Ich habe ihn ursprünglich gekauft, weil zwei Aktenordner hineinpassten. Diesem Zweck diente er dann auch in der Regel: Papierkram schleppen und Einkäufe um die Ecke erledigen. Hat er alles eine Zeit lang klaglos mitgemacht, insofern habe ich nichts zu meckern.

 

Gute Verarbeitungsqualität beim Deuter

Der Deuter hingegen wirkt selbst nach zehn Jahren im Gebrauch immer noch wie aus dem Ei gepellt. Er zeigt praktisch keinerlei Verschleißerscheinungen: keine aufgegangenen Nähte, keine ausgerissenen Gurte, kein zerschlissenes Futter. Die Farbe – ein knalliges Blau mit schwarzen Elementen – leuchtet nach wie vor recht kräftig. Hinsichtlich der Verarbeitung hat mich der Deuter voll überzeugt, ohne dass ich deswegen gegenüber anderen Marken voreingenommen wäre.

 

Der Deuter V20 ein Kompromiss

Doch beim Deuter V20 handelt es sich um einen Fahrradrucksack, wie bereits erwähnt. Der Kauf war damals ein Kompromiss. Ich fahre gerne Fahrrad und gehe gerne wandern. Ich wollte mir deshalb aber nicht gleich zwei separate Rucksäcke zulegen. Schlussendlich habe ich mir einen großen Fahrradrucksack mit 20 Litern ausgesucht, den ich für beide Zwecke verwenden konnte.

 

Dies hat in der Praxis auch weitestgehend funktioniert. Darüber hinaus habe ich den V20 ab und an als Reiserucksack benutzt. Der Platz reicht aus, um Kleidung für zwei Tage einzupacken. Selbst ein 15-Zoll-Notebook habe ich darin verstaut bekommen, doch dann war der Raum auch ausgenutzt.

 

Drei Nachteile beim Wandern

Warum ich nun trotz der positiven Erfahrungen nach einem Wanderrucksack suche? Beim Wandern hat der V20 drei Nachteile, die ich auf Dauer als lästig empfinde:

 

  1. Der V20 ist zur Belüftung und Feuchtigkeitsregulierung mit dem Airstripes-System von Deuters ausgerüstet. Unter normalen Bedingungen ist das okay. Die gepolsterten Streifen liegen vor allen Dingen schön weich auf den Schulterblättern auf. Doch wenn man an einem warmen Tag den Berg hinaufstapft, läuft einem die Brühe den Rücken hinunter. Und dort bleibt sie auch am Hemd oder T-Shirt kleben trotz Funktionsfasern, atmungsaktiv und sonstigem Gedöns. Der Grund ist simpel: Der V20 liegt einfach eng am Rücken auf. Beim Fahrradfahren macht dies wegen des Schwerpunkts Sinn. Fürs Wandern wäre mir aber ein Rucksack mit einem Abstandhalter lieber, wie ihn zum Beispiel die Deuter-Wanderrucksäcke mit Netzrücken verwenden.
  2. Der Deuter V20 besitzt keinen gepolsterten Hüftgurt, sondern lediglich simple Gurtbänder. Ich kann jetzt nicht behaupten, dass der Gurt scheuern oder sich ins Fleisch schneiden würde. Aber bei mehrstündigen Wandertouren merke ich den geringeren Tragekomfort. Spätestens dann, wenn ich stattdessen mal die Rucksäcke von Freunden trage, die über einen Hüftgurt verfügen. Diese bieten eine deutlich bessere Stützung.
  3. Außerdem ist mir mittlerweile das Volumen des Rucksacks zu klein. Ich plane kein Biwak im Himalaja, also brauche ich keine Trekkinggröße. Doch ein paar Liter mehr fände ich prima.