Wie funktioniert ein Ultraschallreiniger?


Ein Ultraschallreiniger erzeugt Schallwellen, die das Wasser permanent in Schwingungen versetzen und in der Flüssigkeit einen Über- und Unterdruck erzeugen. Durch den ständigen Druck entstehen im Wasser winzig kleine Bläschen, die es gehörig in sich haben. Die stete Wellenbewegung des Wassers lässt die Blasen auf ein Vielfaches ihres ursprünglichen Durchmessers anschwellen, bis sie irgendwann platzen.

Enorme Druckwelle

Wenn die Bläschen zerbersten, wird eine Menge Energie freigesetzt. In konkreten Zahlen sind es bis zu 1000 Atmosphären Überdruck. Das entspricht ungefähr der Sprengkraft, die bei einer Dynamitexplosion erreicht wird. Zusätzlich entstehen kurzzeitig Temperaturen von bis zu 5.500 Grad Celsius.

 

Natürlich spielen sich diese Vorgänge nur im Mikroformat ab. Sie brauchen keine Angst zu haben, dass der Ultraschallreiniger Ihr Haus in die Luft jagt. Doch da die Schmutzpartikel ähnlich winzig klein wie die Blasen sind, können Sie sich nun vielleicht ausmalen, welche Auswirkungen diese Druckwellen für die Ablagerungen haben. Damit ist auch klar, welche Funktion ein Ultraschallreiniger hat.

 

Mikrojet wie ein Mini-Hochdruckreiniger

Alleine die Explosion bringt schon so manchen Schmutzpartikel zum Bröckeln. Doch die Druckwelle erzeugt zudem einen kleinen harten Wasserstrahl, den man als Mikrojet bezeichnet. Dieser harte Strahl pustet den Schmutz von der Oberfläche herab und macht ihm endgültig den Garaus. Das ist ungefähr so, als würden Sie dem Dreck, der sich auf tagtäglich auf Ihrer Brille oder Ihrem Schmuck festsetzt, eine Armada mit Millionen von Mini-Hochdruckreiniger auf den Hals hetzen.

 

Kommt in die engsten Ritzen

Der Vorteil des Ultraschallreinigers liegt eindeutig darin, dass die Bläschen in Ritzen und Winkel hineinkommen, die Sie mit einer Bürste oder einem Putzlappen niemals erreichen können. Die Größe der Blasen lässt sich im Übrigen steuern. Dafür ist ausschlaggebend, mit welcher Frequenz der Ultraschallreiniger schwingt. Technisch machbar sind Schwingungsfrequenzen zwischen 20.000 und 400.000 Hertz.

 

Schwingungsfrequenz und Bläschengröße

Die Faustregel lautet: Je höher die Frequenz, umso kleiner geraten die Bläschen. Im Heimgebrauch finden Sie meist Ultraschallgeräte, die mit etwa 35 kHz schwingen. Die Blasen verfügen über ausreichend »Sprengkraft« und sind dennoch klein genug, um beispielsweise in die Zwischenräume von Gliederarmbändern oder Zahnprothesen vorzudringen. Gleichzeitig ist der erzeugte Druck so dosiert, dass es zu keinerlei Beschädigung der Materialoberfläche kommt.

 

 

zurück zu —> Ratgeber Ultraschallreiniger