7 Dinge, auf die man beim Kauf eines Schlittens achten sollte

Wenn Sie vor 30 Jahren zum letzten Mal auf einem Schlitten gesessen haben und nun dem Nachwuchs zuliebe nach einem neuen zeitgemäßen Modell Ausschau halten, machen Sie sich besser auf einen kleinen Schock gefasst. Die Zeiten, als es nur ein paar olle Holzschlitten auf Kufen gab, sind lange vorbei. Sie werden sich vom verfügbaren Angebot regelrecht erschlagen fühlen. Aber gemach. Wenn Sie die richtigen Fragen stellen, gewinnen Sie schnell den Durchblick.

  1. Welchen Schlittentyp bevorzugen Sie? Klassisch oder auffällig?
  2. Für wen ist der Schlitten gedacht: für Sie oder Ihre Kinder? Wie viele Personen sollen Platz nehmen können? Wie groß muss die Sitzfläche sein?
  3. Für welche Schneeverhältnisse benötigen Sie den Schlitten? Dünne Schneedecke oder alpiner Tiefschnee?
  4. Wollen Sie bloß die Böschung runterrutschen oder lieben Sie die Herausforderung? Benötigen Sie einen Schlitten mit Lenkung?
  5. Wie ist der Schlitten verarbeitet? Wie haltbar ist das Material?
  6. Welche Steigung wollen Sie mit dem Schlitten überwinden? Wie viel darf der Schlitten wiegen, ohne dass Sie die zusätzlichen Kilos bei jedem Aufstieg verfluchen?
  7. Wollen Sie den Schlitten im Wagen transportieren? Gar mit in den Winterurlaub nehmen? Wie viel Platz haben Sie im Kofferraum noch übrig?

 

[Der Beitrag enthält Werbelinks. Diese Links sind mit * gekennzeichnet.]

 

Welche Schlittentypen gibt es?

Die Schlitten und Rodel lassen sich fünf Klassen zuordnen:

 

Den Davoser Schlitten* kennen wohl Jung und Alt gleichermaßen. Der zeitlose Klassiker aus der Schweiz ist ein Holzschlitten mit zwei Kufen aus Stahl. Die robuste Bauweise sorgt für optimale Stabilität und eine unschlagbare Dämpfung.

Colint Davos Rodelschlitten*

Der Hörnerschlitten* ist die skandinavische Variante dieses Modells. Dieser Holzschlitten wirkt etwas edler in der Ausführung. Die beiden rund geschwungenen Kufen am Kopfende sind namensgebend für diesen Schlittentyp gewesen.

Colint Hörnerrodel*

Die Bobs* im Schlittenbereich haben wenig mit den massigen Geschossen zu tun, wie man sie aus »Cool Runnings« oder von den Olympischen Winterspielen kennt. Im Prinzip ist das ein Bobbycar ohne Räder. Die Plastikteile haben den Vorteil, dass sie wesentlicher kompakter und flexibler geformt sind als ein Holzschlitten. Es gibt sie entweder mit einer Zipfelsteuerung oder einem richtigen Lenkrad.

Zipfy Minischlitten
KHW Kunststoffrodel Snow Flyer

 

Schließlich bietet der Markt noch aufblasbare Schlitten* an. Schon mal auf einem Müllsack oder einem Autoreifen den Berg hinuntergejagt? So ähnlich müssen Sie sich den aufblasbaren Schneereifen vorstellen, nur dass Sie auf einem Luftpolster hinuntergleiten. Wirklich kontrolliert lenken können Sie das Teil nicht. Fühlt sich ein bisschen an wie Autoscooter am Rodelhang. Hier steht der Spaß-Faktor im Vordergrund, entsprechend knallig ist das Design.

 

Air Flyer

 

Aber es gibt auch aufblasbare Rodel oder extrem schnittige Airboards, die dann schon eher Ähnlichkeiten mit einem normalen Schlitten aufweisen.

Restart Aufblasbare Schneegleiter Downhill Racer*

Sollte in Ihnen hingegen ein Hackl Schorch stecken, greifen Sie besser gleich zum Rennrodel*. Den erhalten sie in mehreren Ausführungen, die sich von gewöhnlichen Holzschlitten vor allen Dingen dadurch unterscheiden, dass die Kufen lenkbar sind.

Kathrein Kinder Tourenrodel*

Der typische Rennrodel ähnelt in der Form dem Davoser Schlitten, ist aus Holz oder Kunststoff gearbeitet, im gesamten Erscheinungsbild aber flacher geformt. Zudem gibt es im Handel auch Lenkschlitten*, die wie Bobs auf Kufen aussehen. Diese Snow Racer, wie sie auch genannt werden, besitzen ein richtiges Lenkrad, das auf einer einzelnen Kufe vor dem eigentlichen Schlitten angebracht ist. Solche Lenkschlitten verfügen in der Regel über eine Fußbremse.

Stiga Sports Rennrodel Snow Racer Ultimate Pro

 

Wie groß sollte der Schlitten sein?

Der Größe der Sitzfläche kommt in zweierlei Hinsicht Bedeutung zu. Zum einen geht es schlicht um Bequemlichkeit. Wie gut sitzen Sie auf dem Schlitten? Zum anderen haben Sie auf einem zu kleinen Schlitten ein Problem, wenn Sie gemeinsam mit Ihren Kindern oder mehrere Kinder zusammen rodeln wollen. Auf einem Rennrodel oder einem Bob ist das schwierig, wenngleich es auch in diesem Bereich Doppelsitzer gibt. Den meisten Platz bietet jedoch ein Davoser Schlitten.

Der Markt hält Schlitten bereit, die für praktisch alle Altersstufen geeignet sind, und spezielle Geräte für Kleinkinder oder Babys. Sogar Zwillingsschlitten sind erhältlich. Die Hersteller kennzeichnen ihre Ware in der Regel mit einer Altersempfehlung und der Angabe, welches Gesamtgewicht der Schlitten tragen kann.

Gloco Zwillingsrodel mit zwei Kinderlehnen

 

Die Schneeverhältnisse beeinflussen die Schlittenwahl

Die Holzschlitten haben einen gravierenden Nachteil, wenn Sie auf einer weichen Schneedecke rodeln wollen. Das gesamte Gewicht lastet auf zwei verhältnismäßig schmalen Kufen. Ist die Fahrunterlage weich, graben sich die Kufen mehrere Zentimeter tief im Schnee ein. Sofern die Schneedecke zudem dünn ist, schliddern Sie rasch über Gras, Steine und Matsch.

Bobs oder aufblasbare Schlitten kommen mit diesen Schneeverhältnissen aufgrund ihrer großen Auflagefläche weitaus besser klar. Also hängt die Wahl des richtigen Schlittens auch davon ab, in welchem Gelände Sie ihn einsetzen möchten und welche Witterungsverhältnisse Sie dort im Normalfall vorfinden.

 

Wann ist ein Lenkschlitten sinnvoll?

Mal angenommen, Sie leben in eher flacheren Gefilden. Mit Ihren Kindern besuchen Sie an den wenigen Tagen im Jahr, in denen dort Schnee liegt, den allseits beliebten Rodelhügel in der Nachbarschaft. Die Frage ist: Was wollen Sie dann mit einem lenkbaren Schlitten?

Da geht es vielleicht zwanzig Meter den Hang hinab und das war‘s auch schon. Für anspruchsvolle Lenkmanöver besteht kein Bedarf. Wenn Sie den Schlitten tatsächlich mal steuern müssen, reichen Füße oder Hände vollkommen aus, um den Rodel in die gewünschte Richtung zu bewegen.

Anders sieht es aus, wenn Sie in das nächstgelegene Wintersportgebiet fahren oder ohnehin einen Urlaub in den Alpen planen. Sollten Sie oder Ihre Kinder zum sportlichen Typ zählen, dann ist ein lenkbarer Schlitten unter diesen Gegebenheiten ein wirklich feines Teil.

Mit einem Rennrodel oder einem steuerbaren Bob können Sie selbst im verschneiten Waldhang Slalom fahren, so gut funktioniert die Technik. Je länger und steiler es hinabgeht, umso mehr empfiehlt sich natürlich eine Bremse am Schlitten.

 

Worauf sollte man bei der Verarbeitung achten?

Was genau suchen Sie? Den Schlitten, den Ihre Kinder eines Tages noch den Enkelkindern vererben werden? Dann sollten Sie zu den robusten Holzschlitten greifen oder alternativ zu hochwertigen Rennrodeln aus Aluminium. Diese Materialien bedürfen zwar ebenfalls regelmäßiger Pflege, aber sie stecken die normalen Beanspruchungen locker weg.

Dabei spielt natürlich auch immer die Verarbeitung des Produkts eine Rolle. Ein Davoser Schlitten ist technisch gesehen ein eher anspruchsloses Gerät. Es sind schlichtweg nicht so viele potenzielle Fehlerquellen für gravierende Konstruktionsmängel vorhanden.

Um auf Nummer sicher zu gehen, halten Sie am besten nach dem TÜV- oder GS-Siegel Ausschau. Das schützt Sie nicht zu hundert Prozent vor einem Fehlgriff, aber die Produktreihe wurde zumindest stichprobenartig härteren Belastungstests unterzogen.

Sehen Sie sich den Schlitten genau an. Die Ecken und Kanten sollten gerundet sein oder zumindest mit einem Gummistoppen geschützt sein. Raue Oberflächen sind tabu, ebenso verrutschende Bauteile, in denen Sie sich die Finger quetschen können, oder Farben, die nicht speichel- und schweißecht sind.

Wenn Sie Sitzlehnen für die Kinder anschaffen, sollten sich diese fest mit dem Schlitten verbinden lassen. Insbesondere die Rennrodel, die eine hohe Geschwindigkeit erreichen können, sollten mit einer Bremse ausgestattet sein.

Die Plastikbobs und vor allen Dingen die aufblasbaren Schlitten sind aufgrund des verwendeten Materials wesentlich anfälliger für Beschädigungen durch Schläge, Steine oder Wurzeln auf der Rodelstrecke. Außerdem müssen Sie damit rechnen, dass die Oberfläche während des Transports oder bei falscher Lagerung mehr in Mitleidenschaft gezogen wird.

Doch auch die Produkte aus Kunststoff unterscheiden sich in ihrer Verarbeitungsqualität. Nicht jedem aufblasbaren Schlitten geht gleich die Luft aus, weil er eine bucklige Piste hinunterjagt.

 

Wie viel Gewicht soll der Schlitten tragen?

Mit dem Gewicht ist es bei einem Schlitten so eine Sache. Einerseits sorgt ein hohes Eigengewicht für eine gewisse Stabilität. Wenn Sie zu zweit oder zu dritt auf dem Schlitten Platz nehmen wollen, sich also mit anderen Worten ein familientaugliches Gerät wünschen, dann ist diese Robustheit durchaus wünschenswert. Sonst bricht Ihnen das Teil nämlich unter dem Hosenboden zusammen.

Andererseits müssen Sie diese zusätzlichen Kilos jedes Mal den Hang hinaufschleppen. Dies kann gerade für Kinder auf Dauer in richtige Arbeit ausarten. Doch beim Rodeln sollte ja eigentlich das Vergnügen im Vordergrund stehen. Aus dieser Erwägung heraus empfiehlt sich eher ein Schlitten aus Kunststoff, Aluminium oder aufblasbarem Plastik. Denn diese wiegen deutlich weniger als ein Davoser Schlitten oder Hörnerschlitten.

 

Wie viel Platz nimmt der Schlitten im Wagen ein?

Ein Davoser Schlitten, ein Hörnerschlitten oder ein Lenkbob sind sehr sperrig. Wenn Sie planen, einen oder mehrere Schlitten im Wagen zu transportieren, kann sich das als Nachteil erweisen. Aufblasbare Schlitten oder Zipflbobs sind wesentlicher platzsparender. Doch es gibt auch zusammenklappbare Holzschlitten*, die sich auf engstem Raum verstauen lassen.

Colint Faltschlitten Davos*