Ratgeber Matratze


Der Dreiklang des Schlafes: Matratze, Lattenrost und Kissen. Gerade beim Thema Matratzen lassen sich die Hersteller nicht lumpen. Die Auswahl an verschiedenen Matratzentypen ist bereits überwältigend, das Angebot an unterschiedlichen Produkten kaum noch zu überschauen.

Für die Hersteller rentiert sich die Vielfalt. Denn die Hälfte der Deutschen leidet unter Schlafproblemen. Sie sind nur allzu gerne bereit, Geld in eine vernünftige Bettunterlage zu investieren, wenn die Aussicht auf Linderung besteht.

 

Vier Matratzentypen dominieren den Markt

Bis heute dominieren vier verschiedene Typen von Matratzen den Markt. Sie unterscheiden sich durch das Füllmaterial, mit dem sie bestückt sind. Dazu haben sich Unter- oder Mischformen etabliert, die beispielsweise zwei unterschiedliche Matratzentypen miteinander kombinieren. Zusätzlich hält der Handel eher ausgefallene Lösungen bereit, die einen kleineren Kundenkreis ansprechen. Die gängigsten Matratzentypen sind:

  • Federkernmatratze
  • Schaummatratze
  • Latexmatratze
  • Naturmatratze

 

Federkernmatratze

Die Federkernmatratze ist nach wie vor der gängigste Matratzentyp. Man unterscheidet dabei zwischen zwei Varianten dieses Typs:

  • Taschenfederkernmatratze
  • Bonnellfederkernmatratze

 

Tonnentaschenfederkernmatratze

Taschenfederkern enthalten im Innern Stahlfedern. Die Federn sind in Stoff eingenäht und bilden die namensgebende Tonnenform. Die über die Matratze verteilten Federn haben den Vorzug, dass sie überall eine hohe Punktelastizität bieten. Feuchtigkeit wie etwa Schweiß kann vergleichsweise rasch abziehen.

Viele der heutigen Tonnentaschenfederkernmatratzen sind als 5-Zonen- oder 7-Zonen-Matratze konzipiert. Damit unterteilen die Hersteller die Matratze in verschiedene ergonomische Zonen, die sich besser den anatomischen Gegebenheiten des menschlichen Körpers anpassen. Die Liegeposition ist besser, Wirbelsäule und Knochen werden im Schlaf entlastet. Dadurch verringert sich das Risiko, morgens verspannt und zerschlagen aus dem Bett aufzustehen.

 

Bonnellfederkernmatratze

Die Bonnellfederkernmatratze unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von den Tonnentaschenfederkernmatratzen: Die Federn sind nicht von Stoff umhüllt, sondern quasi nackt. Zudem sind die Federn anders geformt. Sie sind in der Mitte tailliert. Alle Federn in der Matratze sind darüber hinaus über Spiralen miteinander verbunden. Damit Sie als Schläfer nicht auf blankem Metall nächtigen müssen, ist zwischen Federn und Matratzenbezug eine Zwischenmatte eingefügt.

Die spezielle Konstruktionsweise der Bonnellfederkernmatratze hat den Nachteil, dass sie etwas unruhiger auf Bewegungen im Schlaf reagiert. Die gesamte Matratze bewegt sich in diesem Moment mit, da ja alle Federn über Spiralen verbunden sind. Dieser Matratzentyp leitet zwar den Belastungsdruck besser ab, aber darunter leidet die Punktelastizität. Wenn Sie beispielsweise mit der Schulter in der Matratze versinken, gibt diese an der Stelle nicht so gut nach wie etwa eine Taschenfederkernmatratze.

 

Schaummatratzen

Neben der Federkernmatratze ist die Schaummatratze die gebräuchlichste Schlafunterlage. Inzwischen haben sich drei Varianten dieser Matratze etabliert:

  • Schaumstoffmatratze
  • Kaltschaummatratze
  • Viskoschaummatratze

 

Schaumstoffmatratze

Die normalen Schaumstoffmatratzen sind die mit Abstand günstigsten Matratzen im Handel. Sie sind gleichzeitig aber auch die ergonomisch fragwürdigsten Matratzen. Denn eine Schaumstoffmatratze ist zwar weich, aber sie sinkt einfach nur überall ein.

Der Abtransport von Hitze und Feuchtigkeit ist ein echtes Problem. Diese Matratzen sind quasi die natürliche Heimstatt für Milben und sonstige unerfreuliche Bettgesellen. Doch inzwischen sind eine Reihe von Unterformen erhältlich, die weitaus mehr Komfort versprechen.

 

Kaltschaummatratze

Kaltschaummatratzen bestehen aus aufgeschäumtem Polyurethan. Dieser Grundstoff ist zum einem etwas fester als herkömmlicher Schaumstoff. Zum anderen lässt er sich deshalb von den Herstellern besser verarbeiten.

Sie können Belüftungskanäle in das Polyurethan hineinschneiden, ohne die Stabilität der Matratze zu gefährden. Diese Eigenschaft ändert schlagartig das Binnenklima in der Matratze. Sie kann sehr viel besser Feuchtigkeit und Wärme ableiten.

Zudem ist dieser Matratzentyp äußerst leicht und robust, damit also langlebig. Die Kaltschaummatratzen sind elastisch, ohne dass sie auf breiter Fläche nachgeben. Wenn Sie sich einen verstellbaren Lattenrost zulegen, erhalten Sie hier eine vernünftige Kombination.

 

Viskoschaummatratzen

Viskoschaummatratzen sind momentan das Nonplusultra auf dem Matratzenmarkt. Stammen aus der Weltraumforschung. Hightech und so, Sie verstehen schon. Dieser Füllstoff lässt sich ähnlich wie Kaltschaum gut bearbeiten. Beide Matratzenarten werden auch häufiger gemischt.

Viskoschaummatratzen zeichnen sich durch ihre sehr hohe Punktelastizität aus. Ihre Schulter sinkt auf die Unterlage, die Matratze gibt sofort nach. Sie drehen sich um und die Matratze beult sich sofort wieder aus. Dadurch passen sich Viskoschaummatratzen extrem gut an die Konturen des Körpers an. Druckstellen und eingeschlafene Arme oder Beine gehören der Vergangenheit an.

Wenn Sie unter Durchblutungsstörungen oder Gelenkproblemen leiden, ist solch eine Hightech-Matratze durchaus anzuraten. Für die anderen Kunden stellt sich die Frage, ob ihnen das permanente Einsinken gefällt. Denn mancher Schläfer wünscht sich dann doch eine etwas festere Unterlage, die mehr Widerstand bietet.

 

Latexmatratzen

Latexmatratzen verfügen über die höchste Punktelastizität. Doch ähnlich wie bei einer Viskoschaummatratze ist das Schlafgefühl ein völlig anderes als etwa auf einer herkömmlichen Federkernmatratze. Es empfiehlt sich also Probeliegen.

Latexmatratzen sind unter Allergikern beliebt, haben jedoch einen gravierenden Nachtteil, den Sie vor dem Kauf berücksichtigen sollten. Die Dinger sind wirklich schwer. Selbst wenn Sie die Matratze nur reinigen wollen und deshalb aus dem Bettrahmen herausnehmen wollen, brauchen Sie gewöhnlich schon Hilfe. Vom Transport will ich an dieser Stelle gar nicht erst reden. Wenn Sie sich eine Latexmatratze anschaffen, sollten Sie auf jeden Fall Lieferung bis zu Ihrem Schlafzimmer vereinbaren.

 

Naturmatratzen

Naturmatratzen sind mit Futon, Rosshaar oder Stroh gefüllt. Die Naturmaterialien sind natürlich frei von chemischen Zusätzen. Beim Kauf einer Naturmatratze muss Ihnen klar sein, dass der Pflegeaufwand relativ hoch ist. In dem leckeren Naturbiotop nisten sich nämlich gerne Milben oder Pilze ein. Für Allergiker ist dieser Matratzentyp folglich nicht die erste Wahl.

Außerdem ist die Punktelastizität bei einer Naturmatratze kaum gegeben. Die Matratze sinkt eher gleichmäßig auf einer größeren Fläche ein. Die Folge sind auf Dauer Kuhlen und Dellen in der Unterlage, die sich kaum noch zurückbilden. Naturmatratzen harmonieren zudem kaum mit verstellbaren Lattenrosten.

 

Alle für den Privatgebrauch üblichen Matratzentypen im Überblick:

  • 7-Zonen-Matratze
  • Babymatratze
  • Federkern
  • Kaltschaummatratze
  • Kindermatratze
  • Klappmatratze
  • Latexmatratze
  • Luftkammermatratze
  • Naturmatratze
  • Rollmatratze
  • Schaumstoffmatratze
  • Tonnentaschenfederkernmatratze
  • Viskoschaummatratze
  • Wasserkammermatratze

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