Worauf sollten Sie beim Kauf von Kaminholz achten?

Vor dem Kauf von Kaminholz sollten Sie sich klarmachen, wofür Sie es brauchen. Ist es für einen offenen oder einen geschlossenen Kamin gedacht? Geht es in erster Linie um Wärmegewinnung? Oder steht die Atmosphäre im Vordergrund? Möchten Sie ein prasselndes Kaminfeuer genießen? Einen angenehmen Geruch, der das Haus erfüllt?

Gemischtes Sortiment an Kaminholz kaufen

Wenn Sie diese Fragen für sich geklärt haben, wissen Sie bereits, welche Holzsorten für Ihre Zwecke infrage kommen. Idealerweise erwerben Sie nicht nur eine einzelne Holzsorte, sondern gleich ein gemischtes Sortiment.

Zum einen benötigen Sie Anzündholz, um das Feuer zu entfachen. Dazu setzen Sie leicht entflammbare Nadelhölzer ein, die dafür besonders geeignet sind. Die harten Laubhölzer dienen dann quasi als Hauptgang. Sie liefern Wärme und ein langsam abbrennendes Kaminfeuer. Hin und wieder werfen Sie ein Scheit Nadelholz ins Feuer, damit das Hartholz möglichst gleichmäßig niederbrennen kann.

Sie schonen also auf lange Sicht Ihren Geldbeutel, wenn Sie etwa zwei Drittel Hartholz und ein Drittel Nadelholz einkaufen. Denn das Nadelholz kostet bedeutend weniger als Hartholz mit hohem Brennwert.

Kaminholz hat seinen Preis

Der Preis für Kaminholz ist vermutlich nirgendwo so teuer wie in Deutschland – und die Preise sind in den letzten Jahren spürbar gestiegen. Den günstigsten Kaufpreis erzielen Sie nach wie vor, wenn Sie im Rahmen der sogenannten Selbstwerbung beim Forstamt eine markierte Waldfläche zugewiesen bekommen und das Holz selbst aufarbeiten. Hierfür zahlen Sie je nach Region und Verfügbarkeit meist zwischen 20 und 40 Euro pro Raummeter (Stand 2026).

Lassen Sie sich das Holz stattdessen bereits gerückt an den Waldweg liefern und holen es dort nur noch selbst ab, liegt der Raummeterpreis deutlich höher – meist zwischen 45 und 65 Euro. Fertig getrocknetes, ofenfertiges Holz aus dem Brennholzhandel oder Baumarkt kostet noch einmal erheblich mehr, oft 80 Euro und darüber pro Raummeter, abhängig von Holzart und Region.

Sollten Sie für die günstigere Variante tendieren, muss Ihnen bewusst sein, dass Sie dies vor etliche praktische Probleme stellt. Diese beginnen mit dem Abtransport. Außerdem müssen Sie das Kaminholz anschließend selber zersägen, spalten, hacken, stapeln und trocknen.

Selbstverständlich können Sie heute auch bereits getrocknete Holzscheite kaufen, die Sie einfach nur noch in den Kamin zu schmeißen brauchen. Dieser Unterschied zwischen fertigem Kaminholz und nassem Holzstamm hat jedoch seinen Preis. Sie zahlen als Kunde für alle Arbeitsschritte, die zwischen nassem Holzstamm und ofenfertigem Stückholz liegen. Sie müssen für sich selbst klären, was Ihnen wichtiger ist: Wollen Sie am Geld oder am notwendigen Arbeitsaufwand sparen?

Länge des Kaminholzes

Beim Kauf von Kaminholz spielt außerdem die Länge eine Rolle. Wer sich fertige Holzscheite besorgt, kann nur unter einer geringen Auswahl an Scheitlängen wählen. Die Standardmaße sind 25 oder 33 Zentimeter. Diese Holzscheite passen nicht in jeden Kamin. Entweder Sie arbeiten noch nach oder übernehmen die Arbeit von vorneherein selber.

Natürlich hält der Fachhändler auch Stammholz vorrätig. Dieses müssen Sie zu Hause noch zuschneiden und spalten. Je nach Lagerzeit beim Händler müssen Sie das Kaminholz dann noch über einen längeren Zeitraum trocken lagern, damit die Restfeuchtigkeit entweicht.

Der Brennholzhandel verwendet drei verschiedene Maßeinheiten:

  • Festmeter
  • Raummeter
  • Schüttraummeter

Was genau sich hinter diesen Begriffen verbirgt und wie Sie zwischen ihnen umrechnen, erfahren Sie in unserem separaten Ratgeber zu den Kaminholz-Maßeinheiten.

Kaminholz-Preis hängt von Feuchtigkeit ab

Wenn das gekaufte Brennholz frisch ist, braucht das Holz mindestens ein Jahr zum Austrocknen, bis es als Kaminholz taugt. Diese Feuchtigkeit macht mitunter zwanzig bis dreißig Prozent des Gewichtes aus. Bei härterem Holz wie Eiche dauert dieser Vorgang gar bis zu zwei Jahre. Dafür kostet das Frischholz meistens auch ein Drittel weniger als getrocknetes Brennholz.

Normalerweise macht der Händler genaue Angaben zur Lagerzeit und zum aktuellen Feuchtigkeitsgehalt des Holzes. Wer diesen Äußerungen nicht traut, kann sich gegen kleines Geld einen sogenannten Holzfeuchtemesser zulegen. Mit dem Gerät lässt sich auch für den Laien sofort feststellen, wie viel Feuchtigkeit das Holz noch enthält. Eine Auswahl an momentan erhältlichen Geräten finden Sie hier bei Amazon*.

Brennwert und Kaminholz-Preis

Hinsichtlich des Brennwertes bleibt dem Kunden jedoch nichts anderes übrig, als den Angaben des Händlers zu vertrauen. Hierfür gibt es keine kleinen praktischen Geräte, um den Wert zu messen. Es kann helfen, sich vorher mit dem Aussehen der wichtigsten Kaminholzarten vertraut zu machen, um sie vor Ort zu erkennen. Außerdem finden Sie im Internet eine Vielzahl an Vergleichstabellen. Sie können ihnen entnehmen, über welchen Brennwert eine bestimmte Holzart im Durchschnitt verfügt.

Kaminholz begutachten: Stockflecken und Harzblasen

Sie sollten nach großen Harzblasen und Stockflecken im Holz Ausschau halten. Beides mindert den Heizwert von Kaminholz. Stockflecken sind auffällig feuchte Stellen im Holz. Sie ähneln einem schmutzigen Wasserfleck auf einer Tapete. Kleine Stockflecken sind unbedenklich und normal. Aber größere Flecken im Holz neigen dazu, Schimmel zu bilden.

Der sehr hohe Feuchtigkeitsgehalt lässt sich auch durch fachgerechtes Lagern kaum loswerden. Das Wasser droht im Gegenteil noch weiter ins übrige Holz einzudringen und weitere Teile unbrauchbar zu machen. Wenn Sie einen kompletten Holzstamm kaufen, ist es für Sie natürlich schwer zu erkennen, wie der Zustand im Innern beschaffen ist. Mit einem gewissen Risiko beim Kauf müssen Sie also leben.

FAQ

Lohnt sich der Kauf direkt beim Förster?

Preislich ja, deutlich sogar: Sie sparen oft mehr als die Hälfte gegenüber fertigem Handelsholz. Dafür benötigen Sie aber Zeit, geeignetes Werkzeug und je nach Forstamt auch einen Motorsägenschein sowie einen Anhänger für den Transport.

Wie erkenne ich beim Kauf, ob das Holz bereits trocken ist?

Seriöse Händler geben die Restfeuchte auf Anfrage an. Ohne diese Angabe helfen ein heller Klang beim Aneinanderschlagen der Scheite, Risse an den Enden und ein spürbar geringeres Gewicht als bei frisch geschlagenem Holz. Am zuverlässigsten ist ein Feuchtigkeitsmessgerät.

Was ist günstiger: Raummeter oder Schüttraummeter kaufen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, da ein Schüttraummeter weniger Holz enthält als ein Raummeter. Vergleichen Sie beim Kauf immer den Preis pro tatsächlicher Holzmenge, nicht nur den nackten Literpreis der Maßeinheit.

Sollte ich einen kompletten Wintervorrat auf einmal kaufen?

Wenn Sie frisches Holz kaufen und selbst trocknen möchten, ist das sogar notwendig, da die Trockenzeit oft ein bis zwei Jahre beträgt. Bei bereits ofenfertigem Holz können Sie flexibler in kleineren Mengen nachkaufen, zahlen dafür aber tendenziell einen höheren Preis pro Raummeter.

Woran erkenne ich einen seriösen Kaminholzhändler?

Ein seriöser Händler nennt Ihnen auf Nachfrage Restfeuchte, Herkunft und exakten Heizwert des Holzes und liefert nachvollziehbare Mengenangaben nach Raummeter statt vager Schüttmengen. Regionale Herkunft und Qualitätssiegel wie „Kooperation Sauberes Holzfeuer“ sind zusätzliche Vertrauenssignale.

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