Wer schon einmal Kaminholz gekauft hat, kennt das Problem: Der eine Händler bietet Raummeter an, der andere Schüttraummeter, und der Förster spricht plötzlich von Festmetern. Ohne die Umrechnung zu kennen, lassen sich Angebote kaum vergleichen. Dieser Artikel bringt Licht ins Dunkel.
Inhaltsverzeichnis
Die drei Maßeinheiten im Überblick
Im Brennholzhandel sind drei wesentliche Maßeinheiten gebräuchlich, die sich vor allem darin unterscheiden, wie dicht das Holz gestapelt oder geschüttet ist:
- Festmeter (fm): massives Holz ohne jegliche Zwischenräume
- Raummeter (rm), auch Ster genannt: ordentlich geschichtetes Holz inklusive Luftzwischenräumen
- Schüttraummeter (SRM): lose geschüttetes Holz mit dem größten Luftanteil
Alle drei Einheiten beziehen sich auf ein Volumen von einem Kubikmeter. Der Unterschied liegt allein in der Menge des tatsächlich enthaltenen Holzes.
Festmeter (fm)
Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter massivem Holz ohne Zwischenräume – vergleichbar mit einem massiven Holzwürfel von einem Meter Kantenlänge. Diese Einheit wird vor allem im Forst und im Großhandel verwendet, etwa wenn ganze Baumstämme verkauft werden.Wenn Sie sich mit dem Holzkauf direkt beim Forstamt beschäftigen, begegnen Ihnen häufig zwei genauere Varianten des Festmeters:
Deshalb fließt zusätzlich die sogenannte Formzahl in die Berechnung ein – ein baumartenabhängiger Korrekturfaktor (meist zwischen 0,4 und 0,55), der die reale Form des Baumes, auch Vollholzigkeit genannt, berücksichtigt. Für Ihren Holzkauf müssen Sie diese Berechnung nicht selbst durchführen. Der Förster übernimmt das. Es hilft aber zu wissen, was hinter den Begriffen steckt, falls sie Ihnen bei einem Angebot begegnen.
Für den Endkunden ist der Festmeter meist nur dann relevant, wenn Sie direkt beim Forstamt einen Holzpolter oder, wie oben erwähnt, eine sogenannte Fläche zur Selbstwerbung kaufen. Was ist damit gemeint?
- Holzpolter: So nennt man einen Stapel bereits gefällter und abgelängter Baumstämme, den der Förster am Waldweg für den Verkauf bereitstellt. Sie können den Polter direkt kaufen und selbst abtransportieren. Das Zersägen und Spalten übernehmen Sie dann meist noch selbst. Abgerechnet wird üblicherweise nach Festmetern.
- Fläche zur Selbstwerbung: Hierbei weist Ihnen der Förster ein bestimmtes, meist markiertes Waldstück zu, in dem Sie das Holz komplett in Eigenregie aufarbeiten dürfen – vom Fällen (sofern gestattet) bis zum Abtransport. Das ist die günstigste, aber auch aufwendigste Variante des Holzkaufs. Abgerechnet wird meist nach Raummetern, geschätzt oder nachgemessen.
Der Handel mit ofenfertigem Brennholz rechnet dagegen fast ausschließlich in Raummetern oder Schüttraummetern ab. Sofern Sie also nicht unter die Holzfäller gehen wollen, sondern Ihr Kaminholz bereits mehr oder weniger fertig zubereitet kaufen wollen, sind diese Maße in der Praxis relevanter für Sie. Aber was genau versteht der Handel unter Raummeter und Schüttmeter?
Raummeter (rm) / Ster
Ein Raummeter beschreibt einen Kubikmeter ordentlich geschichtetes Holz, bei dem durch die Stapelung zwangsläufig Luftzwischenräume entstehen. Der Begriff Ster wird regional und umgangssprachlich synonym verwendet und meint dasselbe Maß.
Der Raummeter ist die im Endkundengeschäft gebräuchlichste Einheit. Die meisten Preisangaben im Handel beziehen sich darauf.
Klafter
Der Klafter ist eine historische, regional geprägte Maßeinheit für Brennholz, die vor allem in Süddeutschland, Österreich und dem Alpenraum noch gelegentlich verwendet wird. Im heutigen Sprachgebrauch entspricht ein Klafter meist etwa drei Raummetern, auch wenn die genaue Größe historisch von Region zu Region schwankte. Im bundesweiten Brennholzhandel spielt der Klafter heute praktisch keine Rolle mehr, taucht aber gelegentlich noch bei regionalen Anbietern oder in älteren Preislisten auf.
Schüttraummeter (SRM)
Beim Schüttraummeter wird das Holz nicht geschichtet, sondern lose in einen ein Kubikmeter großen Behälter geschüttet. Meist handelt es sich dabei um bereits gespaltene, kurze Scheite. Durch die ungeordnete Lagerung entstehen deutlich größere Luftzwischenräume als beim Raummeter. Ein Schüttraummeter enthält deshalb spürbar weniger Holz als ein Raummeter gleichen Volumens.
Umrechnungstabelle
Als grobe Faustregel gilt:
| Einheit | Entspricht ca. |
|---|---|
| 1 Festmeter | 1,4 Raummeter |
| 1 Festmeter | 2,5 Schüttraummeter |
| 1 Raummeter | 0,7 Festmeter |
| 1 Raummeter | ca. 1,4 Schüttraummeter |
Wichtig: Diese Umrechnungsfaktoren sind Näherungswerte. Die genaue Stapeldichte hängt von Holzart, Scheitlänge und Stapelqualität ab. Bei kurz geschnittenem Holz wird tendenziell dichter gestapelt als bei langen Scheiten, wodurch sich das Verhältnis leicht verschiebt.
Praxisbeispiel zum Nachrechnen
Ein Beispiel macht die Umrechnung greifbarer: Sie kaufen 5 Raummeter Buchenholz.
- In Festmetern entspricht das etwa 5 × 0,7 = 3,5 Festmeter
- In Schüttraummetern entspricht das etwa 5 × 1,4 = 7 Schüttraummeter
Bekommen Sie also ein Angebot über 7 Schüttraummeter Buchenholz, entspricht das ungefähr denselben 5 Raummetern, auch wenn die Zahl auf den ersten Blick nach mehr Holz aussieht.
Warum diese Einheiten beim Preisvergleich wichtig sind
Wer sich die Angebote unterschiedlicher Händler anschaut, vergleicht ohne die Umrechnung schnell Äpfel mit Birnen. Ein niedriger Preis pro Schüttraummeter kann in Wirklichkeit teurer sein als ein höherer Preis pro Raummeter, weil im Schüttraummeter schlicht weniger Holz steckt. Rechnen Sie Angebote deshalb immer auf dieselbe Einheit um, bevor Sie vergleichen. Weitere Tipps rund um den Kauf finden Sie in unserem Ratgeber zum Kaminholzkauf.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Raummeter und Ster?
Keiner – beide Begriffe bezeichnen dieselbe Maßeinheit. „Ster“ ist lediglich die regional und umgangssprachlich gebräuchliche Bezeichnung für den Raummeter.
Was ist der Unterschied zwischen Vorratsfestmeter und Erntefestmeter?
Der Vorratsfestmeter beschreibt das Holzvolumen eines noch stehenden Baumes inklusive Rinde. Der Erntefestmeter ist die Menge, die nach dem Fällen tatsächlich übrig bleibt – meist rund 10 bis 20 Prozent weniger, da beim Einschlag Rinde, Äste und Wipfel verloren gehen.
Wie viele Kilogramm Holz sind ein Raummeter?
Das hängt stark von Holzart und Trocknungsgrad ab. Getrocknetes Hartholz wie Buche wiegt pro Raummeter etwa 350 bis 400 Kilogramm, getrocknetes Nadelholz wie Fichte deutlich weniger, oft um die 300 Kilogramm. Frisches, ungetrocknetes Holz kann durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt erheblich schwerer sein.
Warum ist ein Schüttraummeter günstiger als ein Raummeter, obwohl beide 1 m³ Volumen haben?
Weil im Schüttraummeter durch die lose Schüttung mehr Luft und entsprechend weniger tatsächliches Holz steckt als im ordentlich gestapelten Raummeter. Der niedrigere Preis pro Einheit gleicht die geringere Holzmenge aus – pro Kilogramm Holz ist der Unterschied meist gering.
Wie viele Raummeter passen auf einen PKW-Anhänger?
Bei einem gängigen PKW-Anhänger mit etwa 750 Kilogramm zulässiger Nutzlast passen je nach Bordwandhöhe und Holzart meist zwischen 1 und 1,5 Raummeter. Fragen Sie sicherheitshalber vorab beim Forstamt oder Händler nach, welche Menge für Ihren Anhänger zulässig ist, um die Nutzlast nicht zu überschreiten.
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