Kaminholz selber machen

Wollen Sie bares Geld sparen, bearbeiten Sie Ihr Kaminholz selbst. Das erfordert Kraft, Ausdauer, eine gewisse Vorsicht und natürlich das richtige Equipment. Auf der anderen Seite macht es durchaus Spaß. Wie viel Arbeit letztendlich auf Sie zukommt, hängt davon ab, in welchem Zustand Sie das Brennholz kaufen.

Stamm zersägen

Wenn Sie das Kaminholz als Meterware im kompletten Stamm kaufen, müssen Sie es in ofenfertige Stücke bringen. Sie haben zwei Möglichkeiten, dies zu bewerkstelligen. Bei der ersten Alternative zersägen Sie den Stamm in kleinere Rundstücke. Bekannte Standardmaße sind 25 cm und 33 cm. Sollten Sie unsicher sein, messen Sie sicherheitshalber vorher nach, ob solch ein 25 cm langer Scheit problemlos in Ihre Kaminöffnung passt. Denn die Größe Ihrer Brennkammer entscheidet letzten Endes darüber, welche Höhe die Scheite haben sollten.

Kettensäge

Sie benötigen zwei spezielle Holzböcke, auf denen Sie den Stamm auflegen können, ohne dass er fortrollen kann. Als Werkzeug benutzen Sie wahlweise eine Bügelsäge oder eine Kettensäge. Mit der Kettensäge geht die Arbeit natürlich weitaus einfacher vonstatten. Doch diese Geräte sind nicht ganz ungefährlich im Betrieb. Sie sollten sich von einem Fachmann erklären lassen, wie Sie die Kettensäge bedienen müssen. Die Forstämter vor Ort bieten häufig solche Kurse für interessierte Laien an.

Bügelsäge

Von der einfachen Bügelsäge hingegen droht wenig Verletzungsgefahr. Sie benötigt einfach nur Muskelkraft zur Bedienung. Wichtig dabei ist, dass Sie gleichmäßig sägen. Die Bügelsäge eignet sich auch hervorragend dafür, um die lästigen Sägearbeiten zu zweit zu erledigen. Haben Sie das Holz auf die gewünschte Länge gebracht, spalten Sie es in einzelne Scheite.

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Der richtige Zeitpunkt zum Sägen und Spalten

Als optimaler Zeitraum gilt der späte Winter oder das frühe Frühjahr. Zu dieser Zeit ist der Saftfluss der Bäume minimal, das Holz enthält also weniger Feuchtigkeit als im Sommer. Zudem trocknet frisch gespaltenes Holz aus dieser Jahreszeit besonders schnell an, bevor die Sommerhitze einsetzt.

Beim Spalten selbst gilt eine wichtige Unterscheidung je nach Holzart:

  • Laubholz (Buche, Eiche, Birke, Esche): Am besten direkt frisch spalten. Die Feuchtigkeit macht die Fasern weicher und der Widerstand beim Spalten ist deutlich geringer. Bereits nach wenigen Wochen Lagerung kann das Spalten spürbar schwerer werden.
  • Nadelholz (Fichte, Kiefer, Tanne): Hier verhält es sich umgekehrt. Nadelholz lässt sich im getrockneten Zustand leichter spalten als frisch. Eine Lagerzeit von etwa 12 Monaten vor dem Spalten erleichtert die Arbeit.

Ein weiterer Vorteil des frühen Spaltens: Durch das Zerteilen vergrößert sich die Oberfläche des Holzes erheblich, wodurch die Feuchtigkeit deutlich schneller entweichen kann. Wer also frühzeitig spaltet, verkürzt die spätere Trockenzeit spürbar.

Stamm spalten

Die zweite Methode sieht vor, dass Sie den Baumstamm zunächst einmal in vier Teile spalten, bevor Sie ihn zersägen. Das Sägen ist dann wesentlicher bequemer. Ich habe das Spalten in meiner Jugend noch mit Vorschlaghammer und Eisenkeilen gelernt. Glauben Sie mir: Das wollen Sie nicht. Besorgen Sie sich lieber gleich das passende Equipment. Es gibt heutzutage richtig gute Spaltkeile und spezielle Spalthämmer, mit denen sich die Arbeit wesentlich besser erledigen lässt.

Sie setzen den Keil dann an einem Ende des Stamms an und treiben ihn anschließend einmal längs durch das Holz. Allerdings ist dies eine sehr kräftezehrende Arbeit, insbesondere wenn Sie es mit Hartholz zu tun haben. Es existieren heute glücklicherweise weniger schweißtreibende Möglichkeiten, um ans Ziel zu gelangen.

Holzspalter und Kreuzspalter

Im Baumarkt können Sie nämlich auch sogenannte Holzspalter kaufen. Dabei handelt es sich um eine hydraulische Presse, die ähnlich wie ein Wagenheber funktioniert. Im Handel sind außerdem Kreuzspalter erhältlich, die den Stamm gleich in vier Teile spalten. Das spart einen Arbeitsgang. Sie werden ebenso mit Hydraulik betrieben. Diese praktischen Geräte haben jedoch ihren Preis. Ein solcher Holzspalter kostet im Geschäft ab ca. 300 Euro aufwärts*.

Kreissäge und Wippsäge

Ist der Stamm erst einmal gespalten, schneiden Sie das Holz auf die entsprechende Länge, die Sie für Ihren Kamin benötigen. Dazu können Sie die erwähnte Bügelsäge benutzen. Bei den bereits zerteilten Stücken geht das Sägen bedeutend leichter und schneller von der Hand. Wenn Sie lieber auf Maschinenhilfe zurückgreifen, können Sie dazu die Kreissäge einsetzen.

Heutzutage sind für diesen Job jedoch sogenannte Wippsägen gebräuchlicher. Von der Funktionsweise her handelt es sich ebenfalls um eine Kreissäge. Die Wippsägen sind aber für das Schneiden von Brennholz optimiert. Die Maschinen sind zudem für Laien einfacher zu bedienen als eine Kettensäge. Dennoch sollten Sie sich vom Fachmann einweisen lassen.

Axt und Beil

Als letzter Arbeitsschritt bleibt das Holzhacken übrig. Sie bringen das Kaminholz auf die gewünschte Endgröße, abhängig vom Zweck, dem es dienen soll. Wenn Sie Nadelholz zum Anzünden oder Anbrennen hacken wollen, benötigen Sie schmale Holzstücke. Für das normale Brennholz reicht es in der Regel, wenn Sie das Viertel eines zerteilten Baumstammes einmal in der Mitte durchhacken.

Das passende Werkzeug für das Holzhacken ist eine scharfe Axt mit einem möglichst breiten Kopf. Für die kleineren Anzündscheite empfiehlt sich hingegen ein handlicheres Beil, weil Ihnen dieses Werkzeug mehr Präzision beim Schlagen bietet. Als Untersatz benötigen Sie einen Holzklotz. Würden Sie mit der Axt auf Stein oder Metall schlagen, wäre die Schneide sofort stumpf. Zum Schärfen der Axt benutzen Sie einen Wetzstein.

Zeitaufwand: Wie lange dauert das Selbermachen?

Wie viel Zeit die Verarbeitung kostet, hängt stark vom Werkzeug und der Übung ab. Zur groben Orientierung:

  • Von Hand mit Axt oder Spalthammer: Geübte Hobbyholzer schaffen etwa 1 bis 2 Raummeter pro Stunde, je nach Holzart und Stammdurchmesser. Für den Jahresbedarf eines durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalts von etwa 10 Festmetern bedeutet das rund 4 bis 5 volle Arbeitstage.
  • Mit einem hydraulischen Holzspalter: Die gleiche Menge lässt sich meist an einem einzigen Tag bewältigen, bei deutlich geringerem Kraftaufwand.

Hinzu kommt die Zeit fürs Sägen, die sich je nach Werkzeug ebenfalls stark unterscheidet: Mit der Kettensäge geht das Ablängen deutlich schneller als mit der Bügelsäge, dafür erfordert sie mehr Vorsicht und Übung.

Zum Vergleich: Ein Holzspalter kostet zwar ab ca. 300 Euro aufwärts in der Anschaffung, macht sich aber bei einem Verbrauch von mehreren Festmetern pro Jahr über die eingesparte Zeit und Kraft oft schnell bezahlt – besonders, wenn man das Holz über mehrere Jahre selbst verarbeitet.

Welche Schutzausrüstung brauche ich unbedingt?

Wenn Sie auf ein Holzstück mit Astlöchern treffen, schlagen Sie das Astloch immer in Längsrichtung der Maserung durch. Als Arbeitskleidung sind Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen zu empfehlen, falls mal ein Holzscheit herunterfällt. Handschuhe schützen gegen Holzsplitter. Und wenn Sie mit der Kreis- oder Kettensäge arbeiten, sind eine Schutzbrille und ein Gehörschutz sinnvoll.

FAQ

Lohnt sich ein Holzspalter für den privaten Gebrauch?

Das hängt vor allem von der Menge ab, die Sie jährlich verarbeiten. Bei wenigen Raummetern reichen Axt und Spaltkeil meist aus. Wer regelmäßig mehrere Festmeter pro Jahr selbst spaltet, spart mit einem Holzspalter spürbar Zeit und Kraft – und schont zudem Rücken und Gelenke.

Welche Astdicke kann ich noch von Hand spalten?

Bei geradem, astfreiem Holz lassen sich Stücke bis etwa 30 bis 35 Zentimeter Durchmesser noch gut von Hand bewältigen. Stark verästeltes oder drehwüchsiges Holz sowie dickere Stämme werden dagegen schnell zur Kraftprobe. Hier hilft ein Spaltkeil mit Spalthammer oder direkt ein Holzspalter weiter.

Muss ich das Holz vor dem Sägen entrinden?

Nein, das ist nicht notwendig. Die Rinde verbrennt problemlos mit und beeinträchtigt weder die Trocknung noch den Brennwert nennenswert. Manche entfernen sie dennoch, um weniger Schmutz und Ungeziefer mit ins Haus zu bringen.

Kann ich auch nasses oder gefrorenes Holz spalten?

Ja, gefrorenes Holz lässt sich sogar oft besonders leicht spalten, da es an den Faserstellen spröder bricht. Nasses, frisches Laubholz ist ebenfalls gut spaltbar. Bei Nadelholz ist es umgekehrt: Hier spaltet sich getrocknetes Holz leichter als frisches.

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